Dynamische Wechselwirkungen

Die Wertesysteme sind ein wesentlicher Bestandteil von SDi. Die meisten Menschen assoziieren daher SDi in erster Linie mit diesen, durch die Farben zum Ausdruck gebrachten Triebfedern. Die Wertesysteme sind aber weit mehr als nur einzelne Farben, die je für sich stehen. Sie bilden ein in sich kohärentes Gebilde mit einer innewohnenden Dynamik (daher das Wort Dynamik in SDi), die wir für wichtig erachten, um das gesamte SDi Modell voll und ganz zu verstehen. Einige wertvolle Eigenschaften der Dynamik der Wertesysteme und zwischen ihnen haben wir im Folgenden beschrieben.

Die wichtigsten Eigenschaften der Dynamik der Wertesysteme und zwischen ihnen:

  • Jedes Wertesystem ist wichtig und hat einen eigenen Wert. Ein Wertesystem ist nicht von Natur aus besser oder schlechter als andere. Es stimmt, dass unter bestimmten Umständen ein bestimmtes Wertesystem für das Leben passender ist als andere.
  • Die Wertesysteme folgen einander in hierarchischer Reihenfolge der Entwicklung, so wie die zunehmende Komplexität der Lebensbedingungen es verlangt. So liegt es beispielsweise für Menschen in Entwicklungsländern nicht so nahe, sich mit globalen Fragen zu beschäftigen, einfach weil die Lebensumstände vor Ort viel Aufmerksamkeit und Energie brauchen.
  • Wertesysteme können sich gesund und ungesund manifestieren. Damit meinen wir:
    – alle Wertsysteme nehmen einen natürlichen Platz ein und kämpfen nicht gegeneinander;
    – alle Wertesysteme äußern sich konstruktiv um Lebensqualität zu verbessern und sind nicht destruktiv oder gegen Sachen gerichtet.
    – ungesunde Manifestationen von Wertesystemen treten auf, wenn die Innen- oder Außenseite – siehe Integral Vision – in der Entwicklung nicht mitspielen
  • Wertesysteme mit einer höheren komplexen Ordnung können die Wertesysteme mit weniger Komplexität wahrnehmen. Umgekehrt aber können weniger komplexe Wertsysteme nicht nach oben schauen.
  • In der Entwicklung von Wertesystemen werden alte (nicht mehr passende Systeme) abgestoßen, damit sich neue Systeme ausbreiten können. Für die Entwicklung des Bewusstseins eines Erwachsenen ist es aber letztlich wichtig, dass das, was zunächst abgestoßen wird, irgendwann auch wieder integriert wird. Das nennen wir „transcend and include“, überschreiten und integrieren. Um ein Beispiel zu nennen: wenn jemand von Orange nach Grün voranschreitet, kann er oder sie den Wunsch haben, sich vom Willen zum Erfolg, der Orange innewohnt, zu verabschieden. In Grün können neue Träume und Ideen entstehen. Doch um diesen Gestalt zu geben ist letztlich Orange wieder nötig.
  • Menschen haben oft einen Schwerpunkt in einem der Wertesysteme, doch im Alltag wechseln sie zwischen unterschiedlichen Wertesystemen hin und her, um sich jeweils an unterschiedliche Lebensumstände anzupassen. So können beispielsweise auf der Arbeit andere Wertesysteme gefordert sein als im privaten Bereich. Und entsprechend werden Menschen unterschiedlich handeln.

Zusammenfassend könnte man sagen: Entwicklung kann dort geschehen, wo Werte, Motivationen und Bedürfnisse der Menschen in einem gegebenen Lebenskontext als stimmig für die Lebens- und Arbeitswelt empfunden werden. Um Menschen wirksam in Veränderungen zu begleiten, nimmt SDi Menschen, Organisationen und das Lebensumfeld als ein Ganzes in den Blick. Hierbei ist alles mit allem untrennbar verbunden und jedes einzelne ist Teil eines größeren Ganzen.

Klicken Sie auf das nachfolgende Poster, das die ursprüngliche Vision von Beck & Cowan zum Thema Veränderungsdynamik abbildet.